Die FDP-Landratsfraktion fordert mit einer Motion eine realistische und verlässliche Umsetzung der Wärmewende im Kanton Glarus. Ziel ist eine technologieoffene Weiterentwicklung des kantonalen Energiegesetzes, die Klimaschutz mit Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Planungssicherheit verbindet.
Die heutige Gesetzgebung setzt beim Ersatz von Heizsystemen stark auf Elektrifizierung und Fernwärme. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen jedoch, dass dieser Ansatz allein zu kurz greift. Der Ausbau von Wärmenetzen kommt vielerorts nur langsam voran, ist mit hohen Investitionen verbunden und erfordert eine enge Koordination zwischen Gemeinden, Energieversorgern und weiteren Werken. Gleichzeitig stösst der starke Zubau von Wärmepumpen zunehmend an Grenzen der Stromnetze, insbesondere im Winter.
Für die FDP ist klar: Die Wärmewende kann nur gelingen, wenn sie gesamtsystemisch gedacht wird und den Beteiligten verlässliche Rahmenbedingungen bietet.
Technologieoffen statt einseitig
Die Motion verlangt eine Anpassung des Energiegesetzes, die erneuerbare Wärme breit versteht. Neben Strom und Fernwärme sollen auch erneuerbare und klimaneutrale Gase ausdrücklich Teil der Lösung sein. Diese Energieträger sind speicherbar, saisonal verfügbar und können bestehende Infrastrukturen sinnvoll nutzen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität und zur Versorgungssicherheit.
Statt starrer Verbote fordert die FDP einen verbindlichen Hochlaufpfad: Ab 2030 soll beim Ersatz von Wärmeerzeugern ein Mindestanteil erneuerbarer und klimaneutraler Energie vorgeschrieben werden, der schrittweise erhöht wird und bis 2050 100 Prozent erreicht. So entsteht Planungssicherheit für Eigentümerinnen und Eigentümer, Gemeinden und Energieversorger.
Planungssicherheit für Investitionen
Eine realistische Wärmewende braucht klare zeitliche Vorgaben und abgestimmte Planungen. Nur so lassen sich Investitionen koordinieren und wirtschaftlich sinnvoll umsetzen. Die Motion trägt diesem Umstand Rechnung und stärkt die Umsetzbarkeit der kantonalen Energie- und Klimaziele, statt sie durch Überforderung zu gefährden.
Wärmewende mit Augenmass
Für die FDP Kanton Glarus steht fest: Klimaschutz darf nicht ideologisch, sondern muss pragmatisch umgesetzt werden. Die vorgeschlagene Gesetzesanpassung schwächt das Ziel Netto-Null bis 2050 nicht. Im Gegenteil, sie erhöht die Chancen, dieses Ziel tatsächlich zu erreichen.
Die Motion steht für eine verantwortungsvolle Energiepolitik, die ökologische Ziele mit technischer Machbarkeit, wirtschaftlicher Vernunft und dem Schutz von Eigentum verbindet. Zum Nutzen der Bevölkerung, der Gemeinden und der Versorgungssicherheit im Kanton Glarus.