Glarner FDP fordert Kurswechsel in der Bildung: Qualität vor Ideologie

An ihrer letzten Delegiertenversammlung hat die FDP des Kantons Glarus ein umfassendes Positionspapier zur Bildung verabschiedet. Angesichts der grossen Herausforderungen bei den Grundkompetenzen und einer zunehmend geforderten Volksschule setzen sich die Freisinnigen für eine Rückbesinnung auf Leistung, Sprache und das duale Bildungssystem ein.

Der integrative Unterricht stösst in seiner heutigen Form an Belastungsgrenzen und führt in der Praxis zu grossen Problemen. Trotz des täglichen und unermüdlichen Einsatzes vieler Lehrpersonen erreicht rund ein Fünftel der Glarner Schülerinnen und Schüler die Grundkompetenzen im Lesen und Schreiben nicht. Um sowohl leistungsstarke als auch Kinder mit Förderbedarf besser zu unterstützen, fordert die FDP eine gezielte Differenzierung und die (Wieder-)Eröffnung von Klassen zur besonderen Förderung. Lehrpersonen müssen wieder Raum für ihren eigentlichen Bildungsauftrag erhalten.

„Deutsch zuerst“ als Schlüssel zur Chancengleichheit

Da immer mehr Kinder mit ungenügenden Deutschkenntnissen in die Volksschule starten, fordert die Glarner FDP verpflichtende Sprachklassen. Erst wenn verbindliche Mindeststandards erreicht sind, erfolgt der Übertritt in die Regelklasse. In der Primarschule muss die Priorität klar auf den Grundkompetenzen liegen.

Berufslehre stärken – Gymnasium als bewusster Entscheid

Die Berufslehre ist ein zentraler Pfeiler der Glarner Wirtschaft und muss als gleichwertiger Bildungsweg zur akademischen Laufbahn gestärkt werden. Die FDP will diese Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung sicherstellen. Eine Berufslehre darf nicht als zweite Wahl gelten. Gleichzeitig muss das Gymnasium wieder zum Ort für jene werden, die ein akademisches Studium anstreben – ein Platz dort muss verdient und nicht vergeben werden.

Vorbereitung auf die Zukunft: Finanzen, KI und klare Beurteilung

Die Schule der Zukunft muss junge Menschen auf das reale Leben vorbereiten. Dazu gehören Finanzwissen, der kompetente Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) und ein klares Verständnis für das politische System der Schweiz. Damit Lernfortschritte sichtbar bleiben, hält die FDP an einem klaren Bewertungssystem mit Schulnoten und schriftlichen Abschlussprüfungen fest. Gleichzeitig fordert das Papier einen Abbau der bürokratischen Last für Lehrpersonen durch Standardisierung und Digitalisierung der Administration.