Jacqueline Jenny, Präsidentin der FDP Frauen Kanton Glarus, warb erfolgreich für die Individualbesteuerung. Das aktuelle System sei ein Relikt vergangener Zeiten. Die Gesetzesreform sorge dafür, dass Steuerpflicht künftig nicht mehr vom Zivilstand abhängt. Unterstützt wurde Jenny unter anderen von Ständerat und FDP-Co-Präsident Benjamin Mühlemann. Er bezeichnete die Vorlage als liberales Leuchtturm-Projekt: Die Abschaffung der verfassungswidrigen Heiratsstrafe sei eine Vorlage mit liberalem Fokus für eine fortschrittliche Schweiz. Die Delegierten folgten dieser Argumentation mit überwältigender Mehrheit bei nur drei Gegenstimmen.
SRG-Halbierung: Nein zu Kahlschlag, aber Kritik an Unternehmensabgabe
Die Diskussion zur SRG-Halbierungsinitiative verlief kontrovers. In der von Rafaela Hug moderierten Podiumsdiskussion betonte SVP-Landrätin Barbara Rhyner die Notwendigkeit, mittels Initiative Spardruck auf die SRG auszuüben, während Peter Aebli (FDP-Gemeindepräsident Glarus) vor einem Qualitätsverlust warnte und die Relevanz der SRG für den nationalen Zusammenhalt hervorhob. In der anschliessenden Debatte sorgte insbesondere die Erhebung von Gebühren bei Unternehmen für Kritik. Trotz dieses berechtigten Unmuts überwog die Skepsis gegenüber der radikalen Initiative: Die FDP-Delegierten beschlossen mit 19 zu 10 Stimmen die Nein-Parole.
Bargeld und Klimafonds: Klare Absagen
Wenig Diskussionsbedarf gab es bei den weiteren Vorlagen, die von Ständerat Benjamin Mühlemann vorgestellt wurden. Die Bargeld-Initiative wurde als unnötig beurteilt. Die Delegierten lehnen die Initiative einstimmig ab und unterstützen ebenso einstimmig den pragmatischen Gegenentwurf, der den Status quo rechtlich absichert, ohne neue Auslegungsprobleme zu schaffen. Die Klimafonds-Initiative wurde ebenfalls einstimmig zur Ablehnung empfohlen. Zwar sei der Klimaschutz ein wichtiges Anliegen, der eingeschlagene Weg über einen massiven Staatsfonds sei jedoch ordnungspolitisch falsch.